GESCHICHTSVEREIN DILLENBURG e.V.
Dillenburg um 1840

V E R E I N S L E B E N  

Berichte aus vergangenen Jahren finden Sie in unserem Archiv.

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Dienstag, 12. April 2016

Bericht von Pfr. Dr. Friedhelm Ackva

 

Wilhelm von Oranien und Johannes Althusius als nassauischer „Geburtshelfer“ calvinistischer Weltwirkung

Historischer Vortrag mit Prof. Dahm im Zwingel

 

Der Geschichtsverein und die Evangelische Kirchengemeinde Dillenburg hatten am Dienstag, den 12. April zu einem besonderen historischen Abend in das Gemeindehaus Zwingel eingeladen. Vor vollem Haus sprach Prof. Karl-Wilhelm Dahm aus Münster über den größten Sohn der Stadt im Vergleich mit Johannes Althusius, der um 1600 für 20 Jahre Professor an der Herborner Hohen Schule gewesen war. Wiewohl die beiden sich wahrscheinlich nie begegnet sind, so stehen sie doch in enger geistiger Verbindung auf der Grundlage des reformierten Christentums. Sie haben sich in ihrem Denken und Handeln in

unterschiedlicher Weise von den Grundsätzen der sogenannten „Bundestheologie“ leiten lassen. D.h.: Die Tatsache, dass Gott einen Bund mit Menschen eingeht, erhebt den Menschen zu einem frommen Selbstbewusstsein und lässt ihn nach seinen Möglichkeiten selbständig handeln. Er muss sich nicht mehr von anderen irdischen Herren bestimmen lassen, sondern kann sein Leben von der Basis her organisieren.

 

Dahm zeigte auf, wie die „Politica“ des Althusius von 1603 so ihren Einfluss auf das neuzeitliche Demokratie-Verständnis nahm, die bis in die US-amerikanische Verfassung nachweisbar ist. Ein Bundesvolk braucht eigentlich keinen Monarchen. Auch das Subsidiaritätsprinzip, das auf klaren vertraglichen Abmachungen zwischen den Ständen beruht und in unserem Staat zwischen den politischen Ebenen bis heute wirksam ist, geht letztlich auf die politischen Grundgedanken des Herborner Professors zurück. Während Wilhelm von Oranien den Freiheitskampf des niederländischen Volkes gegen die fremde  monarchische Herrschaft der Spanier anführte und dort 1584 sein Leben verlor, hatte Althusius nach seiner Zeit in Herborn Gelegenheit, in der reichen Handelsstadt Emden seine Gedanken als Politiker und Bürgermeister praktisch umzusetzen. Er starb dort 1638.

 

Es ist dem aus dem Hickengrund stammenden Pfarrerssohn Karl-Wilhelm Dahm, der einst in Dillenburg Abitur gemacht hat und selbst am Theologischen Seminar (1967-1975) lehrte, zu danken, dass er einem breiten Publikum neu verdeutlichte, in welch einem wichtigen geistesund politikgeschichtlichen Umfeld wir hier leben.

Prof. Dr. Karl-Wilhelm Dahm mit den Veranstaltern Pfr. Dr. Friedhelm Ackva und Erhard Ossner (v.r.).

FOTO: R. Krenzer -     Prof. Dr. Karl-Wilhelm Dahm mit den Veranstaltern Pfr. Dr. Friedhelm Ackva und Erhard Ossner (v.r.).

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Tagesfahrt nach Koblenz und zum Festungsleuchten auf Ehrenbreitstein am Samstag, 2. April 2016

von Nicole Rein

Erhard Ossner, der Vorsitzende des Geschichtsvereins, begrüßte 26 Teilnehmer zu der Tagesfahrt nach Koblenz und zum Festungsleuchten auf Ehrenbreitstein. Die Busfahrt nach Koblenz über den Westerwald war kurzweilig, durch die geschichtlichen Informationen zum Deutschen Eck und der Stadt Koblenz, vorgetragen von E. Ossner, sowie die von Nicole Rein  anschaulich vorgetragenen geschichtlichen Hintergründe zur Festung Ehrenbreitstein.

Nach ca. 2 Std. Fahrtzeit erhielten wir erste Blicke auf die Festung, dank unserer Busfahrers Uli Schneider, der extra für uns den Weg an der Festung vorbei ins Tal gewählt hatte. Der erste Halt war jedoch in der Nähe des Deutschen Ecks in Koblenz. Die Gruppe machte sich zusammen auf den Weg zum Deutschen Eck, vorbei an der Haltestelle der Seilbahn, die uns später hinauf auf die Festung bringen sollte.

Foto: R. Krenzer

Die Teilnehmer konnten am Nachmittag einen kurzen Spaziergang am Rhein genießen, um sich dann auf den Weg mit der Seilbahn über den Rhein zur Festung Ehrenbreitstein zu machen.

In der Festung selbst gab es viel zu sehen. Das Landesmuseum Koblenz und vier Ausstellungshäuser befinden sich dort. Sehr beeindruckend war auch der schöne Ausblick auf Koblenz, das Deutsche Eck und das Obere Rheintal von diesem hochgelegenen Punkt aus.

Um 18 Uhr gab es dann im Restaurant Casino ein sehr schmackhaftes gemeinsames Abendessen.


FOTO: R. Krenzer

Der Beginn des Festungsleuchtens lag bei Einbruch der Dunkelheit. Die Festung erstrahlte in atemberaubenden Licht- und Klanginstallationen.  Ein Parcours mit 8 Stationen führte durch die imposante Festung und ihre Geschichte. Die Spielorte luden zum Verweilen ein, boten Platz zum Staunen, Mitmachen, Träumen und Tanzen. Der Höhepunkt war die Inszenierung auf dem inneren Schlosshof und befasste sich mit „3.000 Jahren befestigter Ort“.

Gegen 22.30 machten wir uns wieder auf den Weg mit der Seilbahn nach unten ins Tal, wo unser Bus bereits auf uns wartete, um uns wieder sicher nach Dillenburg zu bringen.

Die Reaktionen der Mitreisenden waren durchweg positiv und begeistert. Man freut sich schon auf die nächsten unterhaltsamen Ausflüge des Geschichtsvereins.

N.Rein

 

 

 

 

www.geschichtsverein-dillenburg.de